Karikatur: Kostas Koufogiorgos

Wir sind Charlie

Aufklärung statt Angst


Gemeinsam mit anderen Medien in Baden-Württemberg kondolieren auch wir den Familien und Freunden der Opfer des Terroranschlags in Paris, bei dem am 7. Januar zwei mutmaßlich islamistische Fanatiker 12 Menschen – darunter Mitarbeiter der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo" sowie zwei Polizisten – ermordet haben. Der Terroranschlag auf die Meinungs-, Presse- und Kunstfreiheit zielt auf die Grundlage eines freien Lebens und will statt Aufklärung Angst schüren. Die französischen Kollegen ließen sich durch Drohungen und Anfeindungen nicht einschüchtern, ihr Mut ist beispielhaft und für uns Verpflichtung. Wir sind uns bewusst, dass unser Bekenntnis und unsere Unterstützung der Initiative unserer Kolleginnen und Kollegen von kontext nur eine kleine Geste im Kampf um die Meinungsfreiheit ist.

Der gezielte Mordanschlag auf die Mitarbeiter des Satire-Magazins "Charlie Hebdo" in Paris wird als der Beginn des Krieges zwischen den Salafisten und ihren Widersachern auf europäischem Boden in aktuellen Talkrunden gedeutet.

Es ist ein Anschlag auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Deshalb schweigen wir eine angemessene Zeit und solidarisieren uns – und machen unerschrocken weiter. "Nous sommes CHARLIE", wir sind "Charlie Hebdo".

Das Prinzip der rückhalt- aber nicht rücksichtslosen Berichterstattung gilt es gerade in diesen Zeiten an jeder Stelle zu verteidigen. Unsere einzige Waffe gegen die Erzeuger von Populismus, Dummheit und Gewalt ist eine ständige, wahrheitsgemäße und an die Grenzen gehende Berichterstattung.

Nicht eine weit gefasste Meinungsfreiheit gefährdet den Frieden einer Einwanderungsgesellschaft, sondern eine schlechte Politik, die den Aufgaben der Migration und der mitverursachten Kriege in der Welt nicht gerecht wird.

Die Folgen von Welt- und Großmachtpolitik werden von den Terroristen jetzt in unsere Länder zurückgetragen. Gewalt gegen Gewalt ist ihre Logik, während die BürgerInnen in den Städten Deutschlands und Europas gleichzeitig um die Integration und die Ausgrenzung von Fremden und Andersgläubigen streiten. Unsere Aufgaben sehen wir darin, nach den Ursachen dieses Hasses im Namen von Religion zu fragen, sowie Fanatismus und Gewalt entschieden zurückzuweisen.

Geben wir den Menschen also weiter zu denken und zu diskutieren, als JournalistInnen und als AutorInnen. Wie etwa Michel Houellebecq in seinem neuen Roman "Unterwerfung", der kommende Woche seine Leser finden soll. Lesen wir gemeinsam, reden wir miteinander und sind friedlich – auch wenn uns die Meinung der Andersdenkenden nicht gefällt.

Wir sind Charlie. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen weiter.

Oder mit Karola Bloch gesprochen: "Unsere Aufgabe ist es, unaufhaltsam aufzuklären, das Bewusstsein der Menschen wachzurütteln. Andere Waffen haben wir nicht."

Die Unterzeichner:

 

BLIX Verlag

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Kontext: Wochenzeitung (Stuttgart)

kontext

 

seemoz (Konstanz)

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Neue Rottweiler Zeitung (NRWZ, Rottweil)

nrwz

 

Rheinneckarblog (Mannheim)

rheinneckarblog