Dr. med. K. Robert - Jan./Feb. 2017

Zum Interview mit unserem Praktikanten Mansoor Amini „Einsamkeit ist wichtigste Erfahrung“ (12/2012, S. 8) sowie zum Bericht von Lisa Steinwandel „Alle singen lauthals“ (S. 10) erreichte uns folgender Leserbrief, auf den Lisa Steinwandel antwortet.

Liebes Redaktionsteam,
ich lese seit Jahren Ihr Magazin und finde nicht nur gute Hinweise zur Freizeitgestaltung, sondern finde auch Ihre manchmal querdenkende Berichterstattung sehr bereichernd. Dass ich manchmal anderer Meinung bin, stört mich nicht, ganz im Gegenteil. Ich bin jeder Berichterstattung gegenüber recht kritisch und empfinde BLIX als eine absolute Bereicherung. Dass auch Sie im Zweifel eine eigene Meinung haben und vertreten ist daher okay. Wenn aber Bilder im Kontrast zu ihrer Beschriftung stehen, regen sich bei mir Zweifel. Wenn Ihr auf Seite 8 abgebildeter Praktikant 17 ist, bin ich 37! Ich engagiere mich seit Jahren für die „Kinderhilfe Afghanistan“ und fühle mich über die dortigen Verhältnisse so gut unterrichtet, wie dies möglich ist, ohne selbst dort gewesen zu sein. Auch sind mir die Vorteile für einen Flüchtling, der als „unbegleiteter Minderjähriger“ eingestuft wird bewusst.
Zwei Seiten weiter stolperte ich über die „Hilfe bei der Verwaltung“ von Ersparnissen. Das Bild habe ich meiner 13-jährigen Tochter vorgehalten mit der Bemerkung, dass hier Bild und Titel nicht zueinander passen. Innerhalb von Sekunden kam die Antwort: „Die hilft nicht, die macht sie selber!“ Auch dies ist meines Erachtens keine Wortklauberei, sondern beleuchtet ein sehr grundsätzliches Problem unserer ‚Entwicklungshilfe‘ der letzten Jahrzehnte, bei der eine wirkliche Hilfe zur Entwicklung nicht stattfindet. Soviel nur als Anmerkung zu Ihrer im Ganzen sehr gelungenen Arbeit!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. K. Robert, Mittelbiberach

Auf den Leserbrief von Herrn Robert antwortet Lisa Steinwandel wie folgt:
„Die Behauptung ist ja, dass ich nicht wirklich helfe, sondern die Verwaltung selbst übernehme. Das mag vielleicht auf dem Bild so erscheinen, ist aber nicht korrekt. Die Farmer bringen ihre Ersparnisse und einer der Farmer nimmt das Geld entgegen, berechnet Wechselgeld und addiert die Beträge. Ich schreibe in ein Buch, wieviel jeder einzahlt. Ich bekomme im Prinzip nur die Zahlen diktiert. Anschließend berechnen drei Leute unabhängig die Bilanz, wovon ich eine Person bin, dann noch meine einheimische Kollegin sowie der Farmer, der das Geld verwaltet. Das Kleinkredit-Projekt ist also reine Selbsthilfe. Bei Bio Gardens arbeiten außer den Freiwilligen keine Ausländer und wir wirken nur unterstützend und ideengebend und lernen dabei, wie solch ein Kleinkredit-Projekt funktionieren kann. Viele Grüße von Lisa Steinwandel“