Roger Klaus - Juni 2016

Sehr geehrter Herr Dr. Reck,
vielen Dank für den erneut brillant und fundiert recherchierten und verfassten Artikel über den Mord an Dieter Huber vor mehr als 30 Jahren. Sie zeigen damit ein weiteres Mal den Mut, diesen mutmaßlichen Justizskandal publik zu machen, den die lokale Presse offensichtlich nicht hat oder nicht die dafür nötige Unabhängigkeit.


Mein Eindruck ist – nicht erst seit der Lektüre von Norbert Blüms Buch „Einspruch“ - aufgrund eigener Erfahrungen, dass die Justiz in Deutschland nicht ausreichend kontrolliert wird und im Prinzip tun und lassen kann, was sie will. Es geht an deutschen Gerichten häufig nicht um Gerechtigkeit, wie ein Großteil der Bevölkerung, insbesondere derjenige, der (noch) keine eigenen (negativen) Erfahrungen mit dem deutschen Justizwesen gemacht hat, glauben mag. Zielführende und erkenntnisfördernde Ermittlungen werden erst gar nicht angestellt bzw. wie im vorliegenden Fall behindert und sogar Beweismittel entwendet/vernichtet, manchmal schon vor der Verhandlung festgelegte Urteile dienen insbesondere den Eigeninteressen der Richter, Staatsanwälte und manchmal auch der Rechtsanwälte in dem Sinne, dass ein „Fall“ (hinter dem immer Menschen und in der Regel meist auch Familien und Schicksale stehen) möglichst schnell abgearbeitet werden - oder sollte ich „abgeurteilt“ sagen, um auch mögliche Interessenskonflikte vom Tisch zu wischen oder gar eigene schwere Defizite und Fehler (wie im vorliegenden Fall) zu verschleiern. Hier wird in der Tat oft „nicht getan, was getan werden könnte und müsste“.
Ich freue mich sehr über weiteren engagierten, investigativen und unabhängigen Journalismus von BLIX – dem SPIEGEL des Südens.

Herzliche Grüße
Roger Klaus, Ravensburg