Alice Altvater JanFeb 2009

Zu „Angst ist ein großes Thema" BLIX November 08 und „Schaut her, das ist Schulalltag!" BLIX Dezember 08


Man sagt immer: „Lehrer haben keinen anstrengenden Job." Ich aber sage: Es kommt darauf an.

Vergleicht man die Berufe Lehrer und Kassiererin bei Aldi miteinander, so kommt man ungefähr auf das Gleiche raus. Alle beide müssen sich mit nervigen Kunden beziehungsweise Schülern herumschlagen. Aber das Problem beim Pädagogen ist, dass, wenn der Lehrer seinen Unterricht uninteressant gestaltet, die Schüler laut und unruhig werden. Ich denke, wer Lehrer werden will, muss sich erst einmal fragen: Kann ich das?
Wer es nur nach dem Motto „Super, Ferien!" macht, kommt nicht weit. Außerdem kommt es als Lehrer, aber auch in anderen Jobs darauf an, wie es um die Privatverhältnisse steht. Wenn der jeweilige Ehepartner ebenfalls arbeiten geht und daheim noch drei Kleinkinder auf einen warten, kann es stressig werden. Wer aber jemand hat, der den Haushalt gut unterstützt, ist wesentlich besser dran.
Leider überreagieren die meisten Lehrer heutzutage bei dem kleinsten Problem oder der kleinsten Störung. Klar, die Bildungsvermittler sind auch nur Menschen, aber der- oder diejenige hat sich diesen Job ausgesucht und braucht auch die dementsprechenden Nerven dafür.
Studenten sagen: „Lehrer? Nicht mit mir!" Dadurch entsteht natürlich Lehrermangel und die Schüler werden immer noch unzufriedener, deshalb steigen sie auf die Barrikaden. Man freut sich natürlich, wenn einmal eine Stunde ausfällt, aber wenn man dann den ganzen Tag nichts zu tun hat, außer herumsitzen, macht Schule auch keinen Spaß mehr. Ebenfalls ein Problem an vielen Schulen sind die zu großen Klassen, in denen 30 oder mehr Schüler sitzen. Der Lehrer ist dann häufig nicht mehr Herr der Lage, wenn er in der 30-köpfigen Klasse einem Schüler etwas erklärt und die anderen nebenbei laut sind.
G8, das Abitur in zwölf statt in dreizehn Jahren, halte ich ebenfalls für ein Problem, weil die Schüler keine Freizeit mehr haben. Ich finde es ehrlich gesagt übertrieben, Schüler in Leistungsmaschinen umzubauen. Zehnjährige können ihren Hobbys nicht nachgehen, weil sie Französisch lernen müssen. Das wird sich auch in der Zukunft bemerkbar machen, der Job kann zwar gut sein, aber wenn man keine Kontakte geknüpft hat und nicht die dementsprechenden Erfahrungen gesammelt hat, bringt das ganze G8 nichts.
Kurz: Mehr Lehrer, kleinere Klassen und keine Sklaventreiberei mehr, die sich unter dem Namen G8 versteckt!

Alice Altvater (15), Ochsenhausen
Realschule Ochsenhausen 9(b)