Ansgar Haag Dezember 2006

Sehr geehrter Herr Dr. Reck,
als ehemaliger Intendant des Ulmer Theaters möchte ich eine Richtigstellung des Artikels des Ulmer Schriftstellers

Peter Zwey zum Intendantenwechsel anbieten (November 2006).
Es ist nicht wahr, dass das Ulmer Theater als „geschlossene Anstalt in sklerotischer Erstarrung vor sich hindämmerte". Selbstverständlich möchte ich mich nicht über die schwierige Krankheit der Multiplen Sklerose lustig machen, jedoch kann es nicht unwidersprochen stehen bleiben, wenn Ihre Zeitung das Ulmer Publikum wie Patienten einer Psychiatrischen Anstalt beschimpft. Im Gegenteil lässt es sich statistisch nachweisen, dass in der 350-jährigen Geschichte des Ulmer Theaters nie mehr Publikum das Haus besuchte als unter meiner Intendanz. Dass damit das Theater lebendiger war denn je, erklärt sich hieraus von selbst.
Dass Herr Zwey sich wünscht, dass Herr von Studnitz seine Stücke aufführt, ist richtig und passt in das neue dramaturgische Konzept besser als in den Spielplan meiner Zeit. Jedoch sollte sich Ihre Zeitung von Herrn Zwey nicht zu globalen Publikumsbeschimpfungen hinreißen lassen.
Das Ulmer Publikum aus Stadt und Region war stets ein waches, kritisches und applausfreudiges Publikum. Uraufführungen in der Oper und zeitgenössisches Theater waren immer willkommen.


Ansgar Haag
Intendant Südthüringisches Theater