Andrea Goller April 2006

zum Artikel "Allgäukrimi Gnadenhof", BLIX März 2006

Sehr geehrter Herr Reck,
gerade bekomme ich ihre neueste Ausgabe „Blix" in die Hand,

erstmalig übrigens. Zum Erscheinungsbild möchte ich Ihnen gratulieren, denn das finde ich sehr ansprechend. Ich nehme mir auch heraus, dies beurteilen zu können da ich selbst in der Branche tätig bin.
Nun möchte ich aber gleich auf den Punkt kommen und Sie zitieren. Sie schreiben auf Seite fünf: "Dass jeder, der es mit Medien zu tun hat, versucht, auf diese Einfluss zu nehmen, ist das normalste auf der Welt. Es ist legitim, alltäglich und insofern nichts Ungewöhnliches und für Journalisten professioneller Alltag, damit umzugehen. Im besten Fall weiß ein Journalist darum und versucht, sich ein möglichst umfassendes Bild zu verschaffen, indem er die Perspektiven wechselt und unterschiedliche Meinungen einholt. So sollte es sein.
Bis dahin sehr schön Herr Reck, Sie haben hier vollkommen recht! So sollte es sein!
"So ist es geschehen bei der Recherche zu unserem Titelthema über den 'Gnadenhof' im Allgäu (S.16). Es war das Eintauchen in eine Szene, die je länger man sich darauf aufhielt, einem immer skurriler erscheint, zum Schluss wurde es gar bedrohlich. Schluss mit lustig ist, wenn vermeintliche Tierschützer über Leichen gehen, Menschen verfolgen, diffamieren, bedrohen. Und alles unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes. Da ist der Tierschutz selbst gefragt, sich dieser unheimlichen Geister zu entledigen. Wenn Tierschutzvereine solchem Treiben tatenlos zusehen, dann stellen sie sich selbst ins Aus. Man darf gespannt sein."
Diesen Abschnitt nehme ich persönlich und nenne ihn schlichtweg eine Frechheit!
Herr Reck, ich selbst bin inzwischen seit Monaten eine Kritikerin dem so genannten „Gnadenhof" gegenüber. Ich habe mir die Mühe gemacht, bin ins Allgäu gefahren und habe dort mit ehemaligen Pfleger(innen) gesprochen. Habe mich intensiv mit Anzeigenerstatter(innen) unterhalten und auseinander gesetzt. Habe hierdurch sehr viel Material zu sehen bekommen, was einem die Haare zu Berge stehen lässt! Die große Frage in diesem Krimi ist hier, wer da wohl über Leichen geht - über Tierleichen!?
Ich bin selbst Herausgeberin einer Zeitschrift und war auch schon geneigt das Thema „Gnadenhof" aufzunehmen, habe dies aber sehr wohl, zu diesem prekären Zeitpunkt unterlassen. Selbst noch im September letzten Jahres, wollte auch ich dem Gnadenhof, mit einer Berichterstattung, zu Spenden verhelfen. Seltsamerweise bekamen wir weder einen Foto- noch einen Gesprächstermin, was mich sehr stutzig machte, mit Recht wie ich heute weiß. Wir alle wurden misstrauisch und haben aufgrund dessen sehr sorgfältig recherchiert. Ich habe also nicht unter dem (wie sie es nennen) Deckmäntelchen des Tierschutzes gehandelt. Ich bin auch kein unheimlicher Geist, den es zu entledigen gilt. Ich verfolge, diffamiere und bedrohe niemanden!
Interessieren würde mich dann aber doch, ob Sie sich Ihrerseits von dem Hof ein eigenes Bild machen durften.
Haben Sie selbst fotografiert? Sind Sie selbst in dieser "ominösen" Hundehalle oder auf dem Dachboden gewesen?


In diesem Sinne
Andrea Goller, Langenau