Rudolf Schäfer Januar 2004

Zum Interview „Das Konzept der arbeitenden Dächer", BLIX, Dezember 2003


Mit Interesse habe ich das Interview zum Thema regenerative Energien gelesen. Allerdings

haben Wolfgang Knöpfler und Ralf Mergenthaler von der Firma Solare Konzepte teilweise ziemlichen Unsinn von sich gegeben, der so nicht stehen bleiben sollte:
1. „Je flacher das Dach, desto größer der Stromertrag", behauptete Herr Mergenthaler. Dieser Satz wurde glücklicherweise noch relativiert: „gilt nur für Sommerzeit". Zu ergänzen wäre auch noch: nur in Äquatornähe. In unseren Breiten ist auch im Hochsommer eine Dachneigung notwendig, um einen optimalen Energieeintrag zu gewährleisten. Am besten ist, sicherlich auch für Laien vorstellbar, wenn die Sonne im rechten Winkel auf die Kollektorfläche trifft. Da in unseren Breiten die Sonne auch zur Sonnwende niemals senkrecht steht, ist die Aussage von Herrn Mergentahler
schlicht falsch.
2. „Bei unseren Anlagen sind diese Probleme (Brandgefahr durch Kabelfehler) nicht vorhanden, da wir uns mit 36 Volt unter der Kleinschutzspannung bewegen", behauptet Ralf Mergenthaler weiter. Diese Aussage ist völliger Blödsinn. Eine Brandgefahr bei Kabelfehlern entsteht einzig und allein durch Energie, die in Wärme umgesetzt wird. Wenn eine Photovoltaikanlage zum Beispiel eine Leistung von drei Kilowatt bringt, birgt diese unabhängig von der Höhe der Spannung ein Gefahrenpotential von drei Kilowatt Wärmeleistung. Dass auch geringe Spannungen gefährlich sein können, zeigen auch die „explodierenden Handy-Akkus" oder Kabelbrände in Kraftfahrzeugen, wo doch nur 12 Volt Spannung vorhanden sind!
3. Mergenthaler schließt mit der Feststellung: „...und somit auch keinen Elektrosmog auf dem Dachboden erzeugen" Auch diese Aussage ist völliger Blödsinn. Elektrosmog aus Kabeln wird durch Wechselfelder erzeugt. Wechselfelder werden durch Wechselstrom erzeugt. Photovoltaikanlagen erzeugen Gleichspannung, egal wie hoch die Spannung ist.
Mit seinen Antworten hat sich Herr Mergenthaler selbst disqualifiziert. Eigentlich schade, bei diesem Thema. Es wäre wünschenswert, dass Ihre Leser über solche Fehlinformationen aufgeklärt werden, schließlich sind falsche Argumente auch für eine gute Sache kontraproduktiv.
Zu meiner Person: Ich bin von Beruf Elektroingenieur, habe selbst eine Photovoltaikanlage und beschäftige mich mit diesem Thema in meiner Freizeit.

Freundliche Grüße
Rudolf Schäfer