Walter Falk und Josef Weber Juli 2003

Leserbrief zum Bericht „Ein Motopark im oberschwäbischen Kies wirbelt Staub auf" (Blix, Mai 03)


Motopark Äpfingen – wozu?
Wozu soll der „Motopark" bei Äpfingen gut sein? Seine angeblich

positiven Aspekte werden stark übertrieben, vor allem die wirtschaftliche Auswirkung „auf die gesamte Region". 60 Arbeitsplätze? Wer bekommt die? Die Äpfinger? Wohl kaum. Wollen sie sich für solche Ungewissheit ein störendes Unternehmen in die Ortsnähe holen und sich erheblichen Verkehrszuwachs einhandeln? Wenn das kommt, was sich die Planer vorstellen, bedeutet das vor allem viel mehr Autoverkehr, also Schadstoffausstoß (Abgase), natürlich auch durch die geplanten Rennen selbst. Und wenn man, wie behauptet wird, schon in geringer Entfernung von der Kiesgrube den Betriebslärum kaum mehr hört (Zweifel!!) – der zusätzliche Lärm der anfahrenden Nutzer und Schaulustigen wird die Äpfinger bestimmt erheblich belästigen und belasten. War man in Äpfingen nicht froh, dass der Ort wenigstens im Inneren erheblich weniger Autos ertragen musste? Über Tausende von Besuchern einer solchen Einrichtung mehrmals im Jahr kann man sich nicht wirklich freuen. Mit der Äpfinger Fasnet, einem natürlich gewachsenen Volksfest einmal im Jahr, ist das gewiss nicht zu vergleichen. Die Rennstrecke selbst, ein reines Vergnügungsunternehmen, wird von niemand gebraucht. Ist es wirklich sinnvoll, hier, in einer Region Deutschlands, die wirtschaftlich gewiss nicht schlecht dasteht, auf Teufel komm raus ein Unternehmen anzusiedeln, das niemand braucht? „Fahrsicherheitszentrum" und Angebot an die Jugendverkehrsschule sind Feigenblätter, die dem überflüssigen Amüsierbetrieb angehängt werden. Vor allem aber: Kiesgruben werden genehmigt mit der Auflage, dass sie nach der Nutzung renaturiert, d.h. der Natur zurückgegeben werden. Eine Nutzung als „Motopark" bedeutet einen Bruch des Gesetzes, das seinen guten Sinn hat. Eine einfache Änderung des Flächennutzungsplans müsste in diesem Fall unmöglich sein. Eine Anlage, die die Luft verpestet, in der der Boden unnötig versiegelt werden muss, die viel zusätzlichen Verkehr erzeugt und mit Sicherheit viel Belästigung für Äpfingen bringt, kann nicht naturverträglich sein.

Walter Falk, Josef Weber, Mettenberg