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Fotografin des Monats – Laura Zalenga

DIE WELT / BIBERACH. Es waren die Tränen, die Laura Zalenga (Foto links) berührten und sie in dem Wunsch bestärkten, die „Schönheit des Alters“ mit Kamera und Aufnahmegerät zu dokumentieren. Dazu sucht die Biberacher Fotografin Menschen ab 75 Jahren, die bereit sind, sich der Kamera und den Fragen der 28-Jährigen zu stellen. Es ist ein Projekt, das in eine Ausstellung und in ein Buch münden soll. Und von dem die professionelle Fotografin so begeistert ist, dass sie in einem internationalen Wettbewerb den US-Softwarekonzern Adobe zur großzügigen Förderung überzeugen konnte.

Es waren die Tränen von alten Frauen, denen die Fotografin bei ihren Reisen durch die Welt begegnet ist und die sie um ein Porträtfoto bat für ihre Serie „1001 Strangers“. Es ging um den Moment der Begegnung mit Fremden, begleitet von einem kurzen Gespräch. In dem die junge Frau zur Begründung, warum sie ein altes Gesicht fotografieren wolle, sagte, weil es schön sei. Ein unerwartetes Kompliment von einer wildfremden schönen jungen Frau, rührte manche der alten Frauen zu Tränen. Und führte die Beobachterin zur Frage: Welches Bild haben wir von alten Menschen?
Laura Zalenga hat ein positives. Das liegt auch darin, dass die Fotografin sich als Erzählerin versteht. Sie möchte mit ihren Menschen-Fotos Geschichten erzählen. Weil, wie sie erklärt, jede Landschaft und jeder Ort erst dann zu einer Geschichte wird, „wenn es einen Menschen gibt, der mir die Relationen aufzeigt und in den ich mich hineinversetzen kann“. Und es liegt in der Natur des Lebens, dass alte Menschen viele Geschichten zu erzählen haben. Ein Blick in ihre Gesichter verrät es. Sie sind vom Leben gezeichnet.
Und davon will die Stipendiatin mehr erfahren. Dafür ist sie aus München in ihre Heimatstadt Biberach zurückgekehrt, wo sie durch Strick-, Spiel- und Singkreise tingelt, um sich der „alten Welt“ anzunähern. Denn 1990 geboren, zählt Zalenga zur ersten Generation, die in der digitalen Welt erwachsen geworden ist. Eine Tatsache, die ihr nach dem Architekturstudium den Weg in die Freiberuflichkeit als Selfmade-Fotografin auf internationalem Parkett erst möglich gemacht hat. Fast 140.000 Followers auf der Fotoplattform Instagram schaffen internationale Aufmerksamkeit und Aufträge.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass die 28-Jährige von dem Druck erzählt, den die globale Vergleichbarkeit rund um die Uhr via Internet mit sich bringt. „Meine Generation ist nur am Rennen“, stellt sie nüchtern fest und schätzt sich dabei glücklich, dass sie wenigstens als Kind noch ohne den Zwang des Internets aufgewachsen ist, sich immer und überall zu vergleichen. Daraus folgt: Der Grat, den eigenen Weg zu finden, ist äußerst schmal für die digitalen Kids von heute.
Mit ihrer Suche nach der „Schönheit des Alters“ will die Fotokünstlerin auch entschleunigen, indem sie sich Zeit nimmt für die Geschichten der Alten, denn alle haben was zu erzählen, ist sie überzeugt. Kreativ sei das Projekt keine Herausforderung, der Wert liege vielmehr in der Erkenntnis, was das Leben auszeichne. Dies zu dokumentieren, darin sieht Laura Zalenga auch die Chance, „die Welt ein kleines bisschen besser zu machen“. Was doch „die Utopie der Jugend“ sei.


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